SV Teterow 90
PSV 90 Güstrow
3
3

21.03.2009 15.00
1. Männermannschaft
|| Landesliga Ost

Vor der Bezirksligapartie des SV Teterow 90 gegen den PSV 90 Güstrow war die Konstellation für beide Teams klar: Der SV 90 konnte nur mit einem Sieg seine ohnehin nur noch geringen Ambitionen auf den Aufstieg zur neuen Landesliga aufrecht erhalten; Güstrow wäre mit einem eigenen Erfolg wohl „durch" und könnte auch mit einem Remis „gut leben". Natürlich haben diese Aussagen auch nach dem Spiel ihre Gültigkeit behalten, die Partie selbst aber zeigte, wie „verrückt" Fußball sein kann und was in diesem Sport alles möglich ist.

Nachdem die Gastgeber in der 3.Minute die erste verheißungsvolle Szene für sich verbuchen konnten -eine Ecke von Seemann strich kreuzgefährlich drei Meter vor dem Tor an Freund und Feind vorbei- passierte nach sechs Minuten das, was man unter allen Umständen vermeiden wollte. Neumann konnte einen eigentlich leichten Ball nicht klären und der Güstrower Liecher hatte keine Probleme zum 0:1 zu vollenden. Allerdings begann das Spiel in der 9.Minute von vorn. Seemann war im Strafraum gelegt worden, den fälligen Strafstoß verwandelte Silvio Reichel sicher zum 1:1-Ausgleich. Aber erneut unterlief Neumann ein Fauxpas. In der 20.Minute distanzierte er einen hohen Ball falsch und riss in der Folge seinen Gegenspieler im eigenen Strafraum um. Die logische Konsequenz war ein Strafstoß, den Liecher sicher zum 1:2 für die Barlachstädter verwandelte. Aber auch von diesem erneuten Rückstand ließen sich die Teterower in ihren Bemühungen nicht beeindrucken und hatten in der 23.Minute durch Maag, dessen Schuss von der Strafraumgrenze der Güstrower Keeper gerade noch mit den Fingerspitzen zur Ecke leiten konnte, in der 26.Minute durch Wenzlaff, der aber viel zu schwach abschloss und noch einmal durch Maag mit einem Kopfball aus Nahdistanz in der 33.Minute sowie durch Reichel, der das Leder aber verstolperte, in der 34.Minute gute Möglichkeiten zum Ausgleich. Aber neben dieser mangelnden Chancenverwertung zeigte sich auf der Gegenseite erneut eine andere gravierende Schwäche: Die Teterower Abwehr erscheint –auch bedingt durch das Fehlen von Emmler- noch nicht ausgereift und produziert in entscheidenden Momenten zu viele eigene Fehler. So schätzte Peters in der 35.Minute einen Ball völlig falsch ein und war die gesamte Abwehr in der 38.Minute bei einer weiten hohen Eingabe nicht im Bilde, sodass Schliewert nur mit Mühe einen weiteren Gegentreffer verhindern konnte und es bis zum Pausenpfiff des auch in der zweiten Hälfte nicht immer sicher auftretenden Schiedsrichters beim 1:2 blieb.

Auch nach dem Wiederbeginn blieben die Gastgeber am Drücker – allerdings ohne eine größere Torgefahr auszustrahlen. Erst in der 68.Minute musste der Güstrower Torhüter bei einem direkten Freistoß von Gasde wieder sein Können zeigen. Vier Minuten später erhielten dann die Gäste ca. 25 Meter vor dem Teterower Gehäuse in zentraler Position einen Freistoß zugesprochen. Obwohl der Ball genau auf die Tormitte getreten wurde, zeigte sich Schliewert wohl überrascht von der Härte des Schusses, konnte nur ungenügend abwehren und im Nachsetzen erzielte ungestört Bremer das 1:3 und damit die Vorentscheidung – dachten wohl alle. Aber noch einmal rafften sich die Bergringstädter auf. Wenn auch wieder einmal die große spielerische Linie fehlte, konnte man ihnen Einsatz und Kampfgeist nicht absprechen. Und dadurch wurde die Schlussphase richtig spannend, dramatisch und auch hektisch. Zunächst war es Martin Gasde, der in der 80.Minute nach einer Linksflanke von Seemann völlig unbedrängt zum 2:3 einköpfen konnte. Dann flog zu allem Überfluss auch noch Reichel nach einer groben Unsportlichkeit in der 86.Minute vom Platz und als keiner mehr damit rechnete, erzielte Steffen Peters schon weit in der Nachspielzeit nach erneut feiner Vorarbeit von Seemann doch noch den kaum mehr für möglich gehaltenen 3:3-Ausgleich. Dieser brachte die Gäste vollkommen aus der Fassung und da die Begegnung noch nicht beendet war, den Gastgebern die Möglichkeit zu einem erneuten Angriff. Bei diesem wurde Möller „gelegt". Und hier schieden sich die Geister: Nach Meinung der Teterower geschah das Foul im Strafraum, nach Meinung der Gäste natürlich außerhalb aber der Schiedsrichter entschied sich „salomonisch" für die Strafraumlinie. Der abschließende Freistoß von Maag brachte jedoch nichts als einen auf dem angrenzenden Acker zu suchenden Ball – ein Teterower 4:3 wäre zwar schön aber in diesem Moment wohl auch zuviel des Guten gewesen.

So sah es auch SV 90-Trainer Weßlowski, der nach dem Spielverlauf mit dem Remis zufrieden war bzw. sein musste, natürlich auch zu Recht mit den Fehlern seiner Mannschaft in entscheidenden Situationen haderte aber auch weiß, dass nach diesem insgesamt glücklichen Punktgewinn immer noch irgendwo das „kleine Fünkchen Hoffnung lodert" ...

Der SV 90 spielte mit Schliewert, Peters, J. Neumann, Meinck, P. Weber, Börger, Gasde, Reichel, Seemann, Wenzlaff (54.´ Möller) und Maag.